
VW Amarok: Der Lust-Laster
Wir schreiben das Jahr 2005. Volkswagen
Nutzfahrzeuge beginnt mit der Entwicklung eines Pick-Ups. „Von den
Länderorganisationen wurde schon seit Jahren der Wunsch an uns
herangetragen, einen Pick-Up zu bauen“, so Dr. Wolfgang Schreiber,
Markenvorstand und Leiter der VW-Nutzfahrzeuge. Mittlerweile
schreiben wir das Jahr 2010 – und er ist da. Der VW Aamarok.
Weltweit ist der Pick-Up die meist verkaufte Karosserieform. Weit, ganz weit vor Kombis, Limousinen, SUVs oder gar Cabrios. Kein Wunder, dass auch Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem neuen Amarok (s)ein Stück vom weltweit recht großen Kuchen abhaben will. Eher schon verwunderlich, dass die Hannoveraner (nach einem Zwischenspiel mit dem in Kooperation mit Toyota gebauten Taro in den 1990-er Jahren) so lange mit einem „kleinen“ Pritschenwagen auf sich haben warten lassen.
Zugegeben, Deutschland ist kein Pick-Up-Land und Europa sind nicht die USA. Dort fährt die Hausfrau mit dem Pick-Up zum Supermarkt, der Börsenmakler ins Büro und der Nachwuchs düst damit zum Sport. In Nord- und Südamerika sind Pick-Ups echte bestseller, ebenso in Asien und Afrika. In Deutschland hilft eine gewisse Vorliebe für Westernstiefel und Cowboyhüte weiter, wenn man einen Pick-Up bewegt. So lautet zumindest das gängige Klischee. So um die zehntausend Einheiten, plus-minus ein paar, werden jährlich in Deutschland verkauft. Und beileibe nicht ausschließlich an Freizeit-Cowboys. Denn so ein Pick-Up hat durchaus seine praktischen Seiten. Im Falle des 525 cm langen VW Amarok (Breite: 195 cm) sind das: Platz für bis zu fünf Personen, die Pkw-ähnlich untergebracht sind, eine anständig bemessene Ladefläche (Ladeflächentiefe 1 555 mm, Ladeflächenbreite 1 620 mm), die obendrein mit einer Ladekantenhöhe von 780 mm recht niedrig liegt. Oder anders gesagt: Die Ladefläche nimmt eine Euro-Palette (1 200 x 800 mm) auch quer auf, denn der Abstand zwischen den Radhäusern liegt bei 1 222 mm. Damit legt der neue Amarok, der ab September zu haben ist, Bestwerte in seiner Klasse vor. Wenig überraschend, denn er ist ja auch der größte Pick-Up in seinem Segment. Seine Klasse, das ist die der viertürigen Doppelkabiner mit rund einer Tonne Nutzlast (je nach Version darf der Amarok sogar bis zu 1,16 Tonnen zuladen). Auf die eher nutzorientierte zweitürige Single-Cab Version mit zwei Sitzen und einer entsprechend längeren Ladefläche (auf die dann auch zwei Euro-Paletten passen sollen) müssen potenzielle Käufer noch warten. Sie ist für die erste Jahreshälfte 2011 angekündigt. Von einem Anderthalb-Kabiner ist derzeit noch nicht die Rede – der Bedarf sein, bezogen auf die angepeilten Märkte, zu gering.
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